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Albert Quehenberger hällt bei „Tech Against Trafficking II“ der Vereinten Nationen einen Fachvortrag zu Krypto-Zahlungsströmen, Stablecoins, unlizenzierter Cash-for-Crypto-Infrastruktur und Blockchain-Forensik
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AQ Forensics bei den Vereinten Nationen: Warum Blockchain-Forensik im Kampf gegen Menschenhandel und Krypto-Finanzströmen entscheidend wird

Internationale Experten diskutierten bei „Tech Against Trafficking II“ über Stablecoins, unlizenzierte Cash-for-Crypto-Infrastruktur, Blockchain-Forensik und neue Herausforderungen für Ermittlungsbehörden, Unternehmen und Compliance-Verantwortliche.

Vom 21. bis 24. Oktober 2025 fand im Vienna International Centre in Wien die zweite Ausgabe von Tech Against Trafficking statt, ein vom International Narcotics Control Board (INCB) der Vereinten Nationen organisiertes Fachformat im Rahmen des Global Rapid Interdiction of Dangerous Substances Programme (GRIDS).

Im Mittelpunkt standen technologische Entwicklungen, die Ermittlungsbehörden weltweit zunehmend vor neue Herausforderungen stellen: digitale Zahlungsdienste, virtuelle Vermögenswerte, Stablecoins, Plattformökonomien sowie die wachsende Verbindung zwischen organisierter Kriminalität, Cybercrime und Menschenhandel.

AQ Forensics war mit Albert Quehenberger, Co-Founder und CEO der AQ Forensics GmbH, vertreten und hielt im Rahmen des Panels „Payment Services, Virtual Currencies and Stablecoin Threats“ einen Fachvortrag.

An dem Panel beteiligten sich außerdem internationale Experten von TRM Labs, Chainalysis, Crystal Intelligence und PayPal. Moderiert wurde die Diskussion von Matthew Nice aus dem INCB GRIDS Programme.

Expertenpanel zu Blockchain-Forensik, Stablecoins, Blockchain Intelligence und Finanzkriminalität bei der UN-Konferenz „Tech Against Trafficking II“ im Vienna International Centre in Wien mit Vertretern des INCB GRIDS Programme, TRM Labs, Chainalysis, AQ Forensics, Crystal Intelligence und PayPal.
Panel „Payment Services, Virtual Currencies and Stablecoin Threats“ im Rahmen der UN-Konferenz „Tech Against Trafficking II“ im Vienna International Centre in Wien. Von links nach rechts: Matthew Nice (INCB GRIDS Programme), Alois Afilipoaie (TRM Labs), Sara Graham (Chainalysis), Albert Quehenberger (AQ Forensics), Jacek Trzmiel (Crystal Intelligence) und Cianan Black (PayPal).

Warum dieses Panel internationale Bedeutung hatte

Die Veranstaltung brachte Vertreter internationaler Organisationen, Blockchain-Analyseunternehmen, Zahlungsdienstleister und Ermittlungsbehörden zusammen, um aktuelle Entwicklungen im Bereich digitaler Finanzkriminalität zu diskutieren.

Im Mittelpunkt standen Fragestellungen, die für Strafverfolgungsbehörden, Compliance-Abteilungen, Kryptobörsen und Unternehmen weltweit zunehmend an Bedeutung gewinnen: Wie verändern Stablecoins internationale Geldströme? Welche Rolle spielen unlizenzierte Cash-for-Crypto-Dienstleister? Wo liegen die Grenzen klassischer Blockchain-Analysen? Und wie können öffentliche und private Akteure ihre Zusammenarbeit weiter verbessern?

Gerade diese interdisziplinäre Perspektive machte das Panel zu einem der fachlich relevanten Programmpunkte der Veranstaltung.

Die zentrale Erkenntnis: Krypto-Risiken beginnen oft vor der Blockchain

Ein besonders relevanter Befund aus dem Umfeld der Veranstaltung: 97 Prozent der Gelder aus unlizenzierter Cash-for-Crypto-Infrastruktur fließen letztlich zu großen internationalen Exchanges.

Das Problem dabei: Wenn diese Gelder auf der Blockchain bei großen Plattformen ankommen, wirken sie häufig bereits unauffällig. Die eigentlichen Risikofaktoren liegen oft davor: physische Cash-Desks, unlizenzierte Wechselstellen, lokale Vermittlernetzwerke, mögliche Sanktionsbezüge, Verbindungen zu Menschenhandel oder andere Off-Chain-Strukturen.

Für klassische Blockchain-Analytics entsteht hier eine entscheidende Lücke. On-Chain-Daten zeigen Transaktionen, Wallets, Beträge und Zeitpunkte. Sie zeigen jedoch nicht automatisch, welche physische Infrastruktur, welche Personen oder welche kriminellen Netzwerke hinter einer Einzahlung stehen.

Genau diese Lücke war ein Kernpunkt des Beitrags von AQ Forensics.

Warum klassische Blockchain-Analyse allein nicht ausreicht

Blockchain-Transaktionen sind technisch nachvollziehbar. Doch moderne Finanzkriminalität bewegt sich nicht ausschließlich auf der Blockchain. Sie verbindet On-Chain- und Off-Chain-Elemente: Bankkonten, Money Mules, Cash-Desks, Messenger-Gruppen, Rekrutierungsanzeigen, Fake-Jobs, Exchange-Konten, Stablecoin-Flüsse und DeFi-Protokolle.

In der Präsentation von AQ Forensics wurde dieser Zusammenhang anhand moderner Falllogiken dargestellt: Ein Betrugsfall kann in Österreich beginnen, über ein Bankkonto in Deutschland laufen, durch einen vermeintlichen Mitarbeiter oder Money Mule weitergeleitet werden, bei einer Exchange in Stablecoins konvertiert und anschließend über DeFi-Protokolle in andere Regionen verschoben werden.

Für einzelne Behörden, Plattformen oder Dienstleister ist dabei häufig nur ein Ausschnitt sichtbar. Die eigentliche Beweisführung entsteht deshalb nicht durch eine einzelne Transaktion, sondern durch die Rekonstruktion von Mustern.

„In modernen Blockchain-Ermittlungen ist nicht allein die einzelne Transaktion entscheidend – ausschlaggebend ist das Muster.“

Menschenhandel als Teil moderner Betrugsinfrastruktur

Ein besonders sensibles Thema der Veranstaltung war die Verbindung zwischen Menschenhandel und digitaler Finanzkriminalität. Menschenhandel tritt in diesem Kontext nicht nur als eigenständiges Delikt auf. In einigen Fällen wird Ausbeutung selbst Teil der Betrugslogistik.

Internationale Ermittlungen zeigen seit Jahren, dass Personen in betrügerische Callcenter-, Scam- oder Zahlungsnetzwerke gezwungen werden können. Diese Strukturen nutzen digitale Zahlungssysteme, Stablecoins und Kryptowährungen, um Gelder schnell, grenzüberschreitend und schwer nachvollziehbar zu bewegen.

Damit entstehen neue Anforderungen an Ermittlungen:

  • Verdächtige Wallets müssen rekonstruiert werden.
  • Zahlungsflüsse müssen über verschiedene Blockchains und Plattformen hinweg nachvollzogen werden.
  • Exchange-Schnittstellen müssen identifiziert werden.
  • Gleichzeitig müssen Off-Chain-Indikatoren wie Rekrutierungsmuster, Gerätebezüge, Kommunikationsstrukturen oder lokale Zahlungsinfrastruktur in die Bewertung einbezogen werden.

Genau in diesem Zusammenspiel zeigt operative Blockchain-Forensik ihren eigentlichen Mehrwert.

Cash-for-Crypto-Services als blinder Fleck

Ein weiterer Schwerpunkt der Veranstaltung lag auf unlizenzierter Cash-for-Crypto-Infrastruktur. Nach den präsentierten Erkenntnissen wurden im Jahr 2024 weltweit rund 7,4 Milliarden US-Dollar über Cash-Desk-Strukturen verarbeitet. Rund 33 Prozent dieser Aktivität entfielen auf unlizenzierte Exchanges.

Albert Quehenberger hält einen Fachvortrag bei den Vereinten Nationen über Blockchain-Forensik, Stablecoins und internationale Finanzermittlungen.
Albert Quehenberger, Co-Founder und CEO von AQ Forensics, während seines Fachvortrags zu Blockchain-Forensik, Stablecoins und unlizenzierter Cash-for-Crypto-Infrastruktur im Rahmen von „Tech Against Trafficking II“ bei den Vereinten Nationen.

Solche Dienste stellen Ermittlungsbehörden und Compliance-Teams vor besondere Herausforderungen. Die On-Chain-Transaktion zeigt häufig lediglich den Zufluss zu einer bekannten Plattform. Welche Infrastruktur, welche Personen oder welche Netzwerke davor beteiligt waren, bleibt ohne zusätzliche Informationen oftmals verborgen.

Gerade hier entstehen Risiken für große internationale Exchanges, Finanzdienstleister und Unternehmen mit AML-Verantwortung. Gelangen Vermögenswerte aus problematischer physischer Infrastruktur auf regulierte Plattformen, reicht ein rein transaktionsbezogener Blick häufig nicht mehr aus. Erforderlich ist eine forensische Bewertung, die On-Chain-Spuren mit Off-Chain-Kontext verbindet.

Die Rolle operativer Blockchain-Forensik

AQ Forensics ist kein reiner Softwareanbieter. Das Unternehmen arbeitet operativ an der Rekonstruktion komplexer Krypto-Sachverhalte: Transaktionsanalyse, Wallet-Clustering, Exchange-Identifikation, Mustererkennung, Beweissicherung und forensische Aufbereitung.

Gerade bei internationalen Fällen ist diese operative Perspektive entscheidend. Analyseplattformen liefern wertvolle Hinweise. Die eigentliche Ermittlungsarbeit besteht jedoch darin, diese Informationen fachlich einzuordnen, zwischen Vermutung und belastbarem Nachweis zu unterscheiden und die Ergebnisse nachvollziehbar zu dokumentieren.

Bei Tech Against Trafficking II ging es deshalb nicht ausschließlich um technische Analyse, sondern um forensische Einsatzfähigkeit:

  • Wie können Behörden, Unternehmen und Plattformen Risikostrukturen schneller erkennen?
  • Wie lässt sich die Lücke zwischen On-Chain-Transaktionen und realweltlicher Infrastruktur schließen?
  • Wie kann internationale Zusammenarbeit verbessert werden, wenn sich ein Fall über mehrere Jurisdiktionen, Plattformen und Zahlungssysteme erstreckt?

Warum das für Unternehmen und Exchanges relevant ist

Die Erkenntnisse aus dem UN-Format betreffen nicht ausschließlich Strafverfolgungsbehörden. Sie besitzen ebenso hohe Relevanz für Unternehmen, Kryptobörsen, Zahlungsdienstleister, Kanzleien und Compliance-Verantwortliche.

Gelangen Vermögenswerte aus unlizenzierter Cash-for-Crypto-Infrastruktur auf große Handelsplattformen, können sich daraus Risiken im Zusammenhang mit Sanktionen, Geldwäsche, Menschenhandel oder Betrugsstrukturen ergeben, die bei einer rein On-Chain-Betrachtung zunächst nicht erkennbar sind.

Für Unternehmen bedeutet dies, dass Compliance-Prozesse sich nicht ausschließlich auf offensichtliche Wallet-Risiken stützen sollten. Entscheidend ist vielmehr die Fähigkeit, komplexe Zahlungsströme zu rekonstruieren, Herkunftsrisiken zu bewerten und verdächtige Muster frühzeitig zu erkennen.

Für Kanzleien bedeutet dies, dass juristische Schritte erheblich belastbarer werden, wenn die technische und forensische Grundlage nachvollziehbar dokumentiert ist.

Für Ermittlungsbehörden bedeutet es, dass internationale Verfahren zunehmend strukturierte Analyseunterlagen erfordern, die auch über Länder- und Behördengrenzen hinweg verständlich und verwertbar sind.

Internationale Zusammenarbeit als Schlüssel

Ein wiederkehrendes Motiv der Veranstaltung war die Bedeutung von Public-Private-Partnerships. Kein einzelner Akteur verfügt über sämtliche Informationen eines Falles.

Behörden besitzen hoheitliche Befugnisse. Kryptobörsen und Zahlungsdienstleister verfügen über Kunden- und Plattformdaten. Blockchain-Forensiker rekonstruieren Transaktionsmuster. Analyseunternehmen stellen technische Infrastruktur bereit. Kanzleien schaffen den rechtlichen Rahmen.

Wirksame Ermittlungen entstehen dort, wo diese Kompetenzen strukturiert zusammengeführt werden.

AQ Forensics versteht sich genau an dieser Schnittstelle: als operativer Blockchain-Forensikpartner für Unternehmen, Kanzleien, Kryptobörsen, Behörden und institutionelle Marktteilnehmer. Nicht als Ersatz für Strafverfolgung oder Rechtsberatung, sondern als fachliche Grundlage für belastbare weitere Schritte.

Einordnung

Die Teilnahme von AQ Forensics an Tech Against Trafficking II bei den Vereinten Nationen verdeutlicht eine Entwicklung, die internationale Ermittlungsbehörden, Unternehmen und Compliance-Abteilungen gleichermaßen betrifft: Blockchain-Forensik entwickelt sich zunehmend zu einem unverzichtbaren Bestandteil moderner Finanz-, Betrugs- und Menschenhandelsermittlungen.

Die Blockchain liefert wertvolle Spuren. Sie erzählt jedoch nicht die gesamte Geschichte.

Gerade bei unlizenzierter Cash-for-Crypto-Infrastruktur, Stablecoin-Zahlungsströmen, DeFi-Protokollen und international organisierter Finanzkriminalität wird deutlich, dass belastbare Ermittlungen eine Verbindung von On-Chain-Daten, Off-Chain-Kontext und operativer Analyse erfordern.

Die Veranstaltung machte zugleich deutlich, dass die Zukunft erfolgreicher Blockchain-Ermittlungen nicht allein in leistungsfähiger Software liegt. Entscheidend sind internationale Zusammenarbeit, forensische Methodik und die Fähigkeit, komplexe Zusammenhänge nachvollziehbar zu rekonstruieren.

AQ Forensics unterstützt Unternehmen, Kanzleien, Finanzdienstleister und Behörden bei internationalen Blockchain-Ermittlungen, Wallet-Analysen, Source-of-Funds-Prüfungen und komplexen Compliance-Sachverhalten.

AQ Forensics unterstützt Unternehmen, Kanzleien, Finanzdienstleister und Behörden bei

Blockchain-Analysen, Wallet-Risikobewertungen, Source-of-Funds-Prüfungen & Krypto-Ermittlungen

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Über den Autor

Albert Quehenberger ist Gründer und Geschäftsführer der AQ Forensics GmbH sowie Spezialist für Blockchain-Forensik, Kryptowährungsermittlungen und digitale Vermögensanalysen. Mit über einem Jahrzehnt Erfahrung in den Bereichen Intelligence, digitale Ermittlungen und Blockchain-Analyse unterstützt er Unternehmen, Banken, Rechtsanwälte, Behörden und Privatpersonen bei der Aufklärung von Krypto-Betrugsfällen, Asset Tracing und der Analyse komplexer Finanzströme auf öffentlichen Blockchains.

Seine berufliche Laufbahn umfasst mehr als sechs Jahre Tätigkeit im militärischen Nachrichtendienst, einen Masterabschluss der WU Executive Academy, Fachausbildungen für Gerichtssachverständige sowie die Ausbildung zum Wahlbeobachter nach den Standards der OSZE/ODIHR. Darüber hinaus ist er Mitglied des Expertenrats des European Institute for Future Generations (EIFG), ChangeNOW Ambassador und Berater für Web3-Bildungsprogramme in Äthiopien.

Albert Quehenberger
Albert Quehenberger
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